Quinoa mit Fenchel und Edamame | chestnutandsage.de

Die Zeit fliegt. Nur – wohin? Das frage ich mich, in einem imaginären Terminal sitzend, den Reiseplan studierend. Mit dabei habe ich einen vollgestopften Koffer in dem alles steckt, was mir so bisher passiert ist. In den Untiefen dieses Koffers herrscht ein Chaos, dass um so sortierter erscheint, je weiter man sich herauf wühlt. Diese aufgelegte Ordnung überdeckt vieles und täuscht über noch viel mehr hinweg. Man ist nun mal, was man mit sich herum trägt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf und mit Blick auf meinen Teller frage ich mich, wer ich dann wohl bin. Oder was. Eine Fenchelknolle? Noch vor ein paar Jahren rümpfte ich die Nase über dieses Gemüse und heute ist es eines meiner liebsten, gerne gebraten, gerne mit einer süßen Begleitung, die nicht immer in orangener Form daherkommen muss, sondern heuer in Form kleiner Berberitzen. Die Zeit, man mag es kaum glauben, fliegt wohl manchmal in bessere Zeiten. Eine schöne Aussicht. Weiterlesen…

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Zwetschgen und Pfifferlinge | chestnutandsage.de

In Zeiten des abnehmenden Lichts ist es ausgerechnet die Sonne, die es besonders gut mit uns meint. Sie streckt ihre weichen, bernsteinfarbenen Strahlen aus, die das Herz und die Augen, die vom auf den Monitor starren schon ganz herbstmüde sind, wärmen und heilen. Es ist dieses Licht, dass mich mit seiner Schönheit jedes Jahr fast um den Verstand bringt, dass so melancholisch ist, dass man in Anbetracht der Jahreszeiten, die uns jetzt bevorstehen, wehmütig blinzelt und wie ein Solaranlage versucht, jede einzelne Sonnenstunde zu sammeln und zu speichern. Denn haben ist ja bekanntlich besser als brauchen, denk ich mir ganz schwabenschlau, während ich die Zwetschgen halbiere, die mich nicht nur mit ihrer Süße, die sie durch das lange in der Sonne reifen angenommen haben, sondern auch mit ihrem leuchtend warmen Gelb, das sie in ihrem Inneren bewahren, betören. Schnell in der Pfanne mit ein paar Pfifferlingen zubereitet, schenken sie mir nicht nur ein Abendessen, das nicht nur durch wild anmutende Aromen, sondern auch durch seine Einfachheit besticht. Auf dass ich genügend Zeit habe, Sonnenstrahlen einzufangen. Weiterlesen…

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archiv/e Magazin

Heute bin ich ganz besonders froh und aufgeregt und glücklich Euch mitzuteilen, auf was ich mich in den vergangenen Monaten besonders gefreut habe – auf die zweite Ausgabe des archiv/e Magazins. Wo im ersten Magazin ein Blog mit Text und Bild im Rampenlicht stand, haben Lina und Anselm das Konzept überarbeitet und vielfältiger gestaltet: Anstatt „Ein Blog. Ein Magazin“ heißt es jetzt „Mehr als ein Blog“. Die Inhalte stammen von tollen Frauen und tollen Blogs – Herz & Blut, cake+camera, M i MA (und ich kann es immer noch nicht glauben) tatsächlich von mir. Die Bereiche Wohnen, Reisen, Essen und Denken sind also wieder vertreten, wie schon in der ersten Ausgabe, die von der fabelhaften Stephanie gefüllt wurde. Geschmückt wird das Magazin dieses Mal übrigens mit den wunderschönen Illustrationen von  Gretas Schwestern und Blinkblink Patterns und weil ich mich eben wirklich ganz besonders freue, darf ich Euch heute schonmal einen kleinen Blick in das fertige Magazin werfen lassen… Weiterlesen…

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Salzgurken | chestnutandsage.de

Ich habe mich gewogen. Das war ein Fehler. Denn seitdem dreht sich alles, was ich tue um diese eine Zahl, die sich eines frühes Morgens anstellte, mir den Tag zu verderben. Was eigentlich kurios ist, nicht wahr? Wie kann es sein, dass eine Zahl, so nichts sagend, dazu führt, dass man sich schlecht fühlt? Dabei habe ich dazu keinen Grund, ich sollte meinen Körper doch eigentlich genau so, wie er ist, gut finden. Kann ich aber nicht. Wegen einer Zahl, die mein komplettes Körperbild in Frage stellt. Eigentlich gefiel ich mir ganz gut, aber jetzt zweifle ich, ob das noch so ist. Als ob Frauen nur dazu da wären – ja, wem eigentlich genau? – zu gefallen. Das Streben nach der von einer männlichen Sichtweise dominierten Perfektion, sagt Alain de Botton (nicht ganz so, aber ähnlich) in der SZ, sei eine Neurose unseres Zeitalters. Das mache uns intolerant und wütend, wenn man selber nicht so sei, wie man(n) sich das wünsche. Ich ärgere mich also über mich selbst. Dass mich eine Zahl so aus dem Takt bringt. Dass ich gefallen möchte. Dass ich Menschen nicht wie die wunderschönen Gurken, die ebenso unterschiedliche Formen wie Frauen haben, wertschätze, bewundere. Als genau richtig erachte. Und sie – Fermentation sei Dank – auf ursprüngliche Weise für den Vorratsschrank konserviere. Auf dass sie mich daran erinnern, was wirklich wichtig ist: so zu sein, wie man ist. Weiterlesen…

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Geschmorte Kirschtomaten | chestnutandsage.de

Wenn es besonders schön ist, sagt der Volksmund, solle man verschiedene Dinge tun: Aufhören, weiterziehen, gehenlassen. Eine seltsame Sichtweise. Wenn es besonders schön ist, sage ich, soll man festhalten, bewahren, konservieren. Nicht, dass ich mich damit vor Fortschritt und Weiterentwicklung sperren würde, ich denke nur, dass man nicht immer darauf warten soll, dass etwas noch besseres kommt, etwas noch tolleres passiert. Deshalb freue ich mich über den August. Denn mit ihm sie ist ganz plötzlich wieder da, die Zeit, das Schöne einzufangen und sich wie ein Hamster die Backen vollzustopfen. Die Zeit, all die Aromen der leichten Jahreszeit, die uns mit dem schönsten Gemüse beschenkt, festzuhalten und im Vorratsschrank zu bannen. Damit man auch dann, wenn alles fortgeschritten ist, hinter uns liegt, vorbei ist, wieder an die schönste Zeit des Jahres zurück denken kann. Denn besser, das wage ich zu behaupten, wird es nicht mehr.  Weiterlesen…

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Cinque Terre Food & Travel Guide | chestnutandsage.de

Ein rosa Haus mit grünen Fenstern, die weit geöffnet sind. Herein dringen der Hauch des Vergangenen und das sanfte Rauschen des Mittelmeeres, das sich, je nach Wetter, in ein lautes Dröhnen verwandelt. Darunter mischen sich Strandgespräche, Lachen, Schreie und das leise Klackern der Strand-Tennis-Spielenden. So voll wie der Strand mit Badenden ist, so voll sind auch die Herzen der Menschen mit Leichtigkeit und Glück über das sommerliche Ferienleben. Es gibt kaum einen Grund das rosafarbene Haus zu verlassen: Die Terrasse bietet einen atemberaubenden Blick über die Bucht, die großen Pinien spenden im weitläufigen Garten Schatten, in dem man die größte Mittagshitze verschlafen kann, die gestreifte Markiese schützt jene vor Sonnenbrand, die das bunte Treiben wie ein Wimmelbuch betrachten. Und doch gibt es viel zu entdecken, wir befinden uns am äußeren Rand der Cinque Terre, in Levanto. Von hier aus lassen sich nicht nur die pittoresken Dörfchen der ligurischen Riviera erkunden, sondern auch die wunderbaren Köstlichkeiten, die die ligurische Region kennzeichnen und ausmachen. Weiterlesen…

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