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Schokoladen-Lebkuchen | chestnutandsage.de

Treffen sich ein Hase, ein Hutmacher und eine Maus. So beginnen nicht nur schlechte Witze sondern oft langjährige Freundschaften. Ein Wunder, bedenkt man den Zeitdruck unter der die Teegesellschaft sich in eben jenem Land trifft. Denn so wie dort der Blumertag ins Haus steht, klopft bei uns Weihnachten an die Türe. Doch anstelle des Jabberwocky steht die Familie davor – hungrig wie eine Hydra, durstig nach Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch. Eigentlich eine schöne Aussicht, würde mich dieses Jahr nicht wie ein Blatt, das der Wind durch die Straßen fegt, vor sich her treiben. Zeit sich zu besinnen, Zeit, alles aufzuschreiben, die Sortierhilfe für alle emotionalen Laubhaufen schlechthin. Deshalb gibt es dieses Jahr auch nur adventliches Sonntagssüß, das in weniger als 15 Minuten zusammengerührt und in eben gleicher Zeit gebacken ist. So wie diese Schoko-Lebkuchen die genau das Richtige sind für all die Adventsseelen, die nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Weiterlesen…

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Goldene-Milch-Schnitten | chestnutandsage.de

Wörter. Wörter, Wörter, Wörter. Es sind doch nur Wörter. Der Einen fehlen sie, der Anderen purzeln sie unbedacht aus dem Mund. Und so wie man Dinge unterschiedlich sehen kann, kann man sie auch unterschiedlich benennen. Obwohl im Grund immer das Gleiche gesagt wird. Nur möchte das eben nicht jeder zugeben, denn einen einfachen Gedanken aufzugreifen und noch einfacher zu formulieren könnte ein simples Gemüt enttarnen. Es sind müßige Diskussionen, basierend auf Regeln, die ich nicht gemacht habe. Im Gegenteil, sie waren schon lange vor mir da und werden auch noch eines schnöden Tages, wenn ich schon lange nicht mehr auf dieser Welt weile, bestehen. In Stein gemeißelt sind sie, von großen Menschen, viel größer als ich, die nur im Sitzen die Königin der Riesen ist. Zeit, die Hände zu beschäftigen und etwas zu schaffen, dass auch noch da ist, wenn der Laptop zugeklappt wird. Heute, weil der erste Advent im Hause steht, etwas winterliches. Denn Fett und Zucker ist das, was wir jetzt auf den Hüften brauchen, um nicht zu erfrieren. Gern mit etwas Schärfe, etwas Bitterem und viel zitroniger Frische. Weiterlesen…

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Annie Spratt | unsplash.com
Fotografin: Annie Spratt

Die Wälder sind schon lange nicht mehr bunt, die Felder nicht mehr gelb, der Herbst – und in meinem Fall der Nebel – hat uns fest im Griff. Zeit, die Kerzen anzuzünden und sich der Weihnachtsbäckerei zu widmen, am Sonntag ist immerhin schon der 1. Advent. Zeit, sich auf die Couch zurück zu ziehen und sich durch’s Internet zu klicken. Heute mit all dem, was mir besonders gut gefallen hat:

Kommt gut durch den vorweihnachtlichen Trubel!
Julia

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Blogoversary | Amy Shamblen | unsplash
Fotografin: Amy Shamblen

Julia: Da sind wir also, im verflixten 7. Jahr, mein lieber Blog.
Blog (argwöhnisch): Was willst Du denn damit sagen?
Julia (etwas verstimmt): Oha, sind wir heute auf Krawall gebürstet?
Blog (aufgebracht): Immer sagst Du, dass es mit uns nicht gut laufen würde, jedes Jahr kommst Du mir aufs Neue damit! Aber das lass ich mir nicht mehr gefallen! Du haderst? Ohne mich!
Julia (beschwichtigend): Aber Blog, hör mir doch mal zu, nichts dergleichen wollte ich sagen!
Blog (immer noch aufgebracht): Ja, ja, nie willst Du das, was Du sagst, auch so gemeint haben…
Julia: Blog, Blögchen, hör doch zu, ich hege und pflege Dich doch! Jeden Monat zeig ich Dir, was mir besonders gut gefallen hat, sogar meine Lieblingsmusik spiel ich Dir vor.
Blog (etwas weinerlich): Ja, das finde ich eigentlich ganz schön…
Julia: Na siehst Du, warum sollte ich mich denn von Dir trennen wollen?
Blog (jetzt mit den ersten Tränen auf dem Display): Weil wir in den letzten Jahren so viele Blogs verloren haben! Manche wurden sogar komplett abgeschaltet! Wie lange halten wir das denn hier noch durch?
Julia: Ach Blog, ich habs Dir doch schon so oft gesagt, wir halten so lange durch, bis keiner mehr was von uns wissen möchte. (Nachdem ich dem Blog beim vorletzten Geburtstag gesagt habe, dass wir das hier so lange machen, bis niemand mehr was von Blogs wissen möchte, bin ich diesmal klüger und beziehe mich in die Antwort ein… nicht, dass der Blog wieder in Tränen aufgelöst da sitzt und ich die Bits und Bytes einsammeln muss.)

Ihr seht also: Sieben Jahre und wir sind immer noch hier. Ich lese immer noch die gleichen Blogs wie zu Beginn dieser Reise – sofern sie noch online sind – ich bin halt eine treue Seele. Ich hoffe, ihr seid das auch und bleibt mir wohlgesinnt. Wenn ihr mögt, hinterlasst einen Kommentar, ein kleines Lebenszeichen, ich würd mich freuen von Euch zu lesen.

Lasst die Korken knallen und habt einen schönen Sonntag.
Julia

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Pasta mit Walnusspesto und Radicchio | chestnutandsage.de

Wenn der Tag kompliziert war, der Mond den Himmel nicht wie eine Pizza küsst und Amore auf sich warten lässt, dann führt ein genervtes Wort zu einem müden Blick und einem Abendessen – in Schweigen und damit in vermeindliches Gold gehüllt. Doch das Gold blättert, ist dieses Schweigen doch vielmehr ein Schutz denn edle Zurückhaltung. Schutz vor einem nicht verstanden werden (wollen), vor der Erkenntnis, dass es vielleicht doch niemanden interessiert, vor Zurückweisung. Je länger man sich hinter dem eigenen Schweigen versteckt, desto wahrscheinlicher entwickelt es sich zur Waffe. Denn auf Ärger, auf Wut, auf all das kann man reagieren. Doch wie verhält man sich einer Schweigenden gegenüber? Einem übergroßen Vorwurf, der im Raum sitzt und alles müde in sich hineinfrisst. Einer Leinwand gleich, auf die man Zweifel und Verzweiflung projiziert, das sogar muss. Unfähig zu begreifen, dass Energie, Worte, einfach nur auf der Strecke geblieben sind. Ich trug in letzter Zeit viel zu viel Gold und meine, dass mir Silber eigentlich besser steht. Und weil Pasta auch mal in ein neues Gewand gekleidet werden will, trägt sie heute die Farben der Saison Walnussbraun und Radicchiolila. Auf dass die Worte zurückfinden und nur das was glitzert auch wirkliches Gold ist. Weiterlesen…

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Walnusskuchen mit Halva | chestnutandsage.de

Manchen Tags, auf dem Heimweg, wenn noch nicht alle Katzen grau sind und man die eigenen Unzulänglichkeiten, die verpassten Telefonanrufe und die nicht geschriebenen E-Mails rekapituliert, trennt sich der Himmel in wolkenverhangen und strahlendes Abendrot. Unversöhnlich und gegenüber. Die letzten Strahlen, die die Sonne über die Landschaft schickt, fallen auf jene, die schon im Dunklen stehen und schenken ihnen ein letzten großen Auftritt vor drohender Kulisse. Flirrend und leuchtend. Als ob dieses Licht das letzte Aufbäumen des Sichtbaren ist. Als ob dieses Licht wüsste, dass die Dämmerung nicht nur die Farben, sondern auch das Lachen, das Leben, verschlingt. Als ob dieses Licht die Seele davor schützen möchte, sich in die Decke der Dunkelheit zu hüllen. Denn bei Tag ist es so. Und des Nachts ganz anders. Da passt kein Blatt mehr dazwischen. Das muss Kuchen wieder richten. Am besten mit allem, was ich liebe: Walnüsse, Sesam, Zucker. Auf dass das Unvereinlichscheinende zur Ruhe kommt und den Ausblick endlich einmal genießen kann. Weiterlesen…

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