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Das schlimmste an der Erkältung ist der Moment, in dem man merkt, dass die Nase tropft. Kein Taschentuch weit und breit. Und das Schniefen führt nur zu einem leichten Quietschen das dem Applaus gleicht, zu dem sich dieser Tropfen Rotz von der Nasenspitze wie ein Klippenspringer kunstvoll und in Zeitlupe auf den Weg von der Nasenspitze in Richtung Erdboden macht. Wohl der, die in diesem Moment krankgeschrieben zu Hause auf der Couch liegt. Schwierig wird es, wenn man eigentlich gar keine Zeit hat, krank zu sein – wenn der Terminkalender drückt, das Projektende zum Greifen nah oder der selbstgemachte Druck so hoch ist, das man das Ziel aus dem Auge verloren hat. Aktionismus ist gefragt, die durchorganisierte Arbeitnehmerin weiß sich ja zu helfen: Alle Lebensmittel, die auch nur im Verdacht stehen gesundheitsfördernd zu sein, müssen fortan und zu jeder Tageszeit konsumiert werden. Allem voran Ingwer. Als Tee, im Curry, als Shot. Mit Orangen, Kurkuma und Honig. Auf dass man schnell wieder gesund wird und das für die nächsten Wochen, in denen es möglicherweise doch nochmal kalt wird, auch bleibt. Weiterlesen…

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Satt sein, so definiert es der Duden, bedeute mit dem eigenen (relativ hohen) Lebensstandard zufrieden und daher zu Selbstzufriedenheit, Gleichgültigkeit, Trägheit neigend. Wir haben alles, was wir meinen besitzen zu müssen und verlieren damit den Biss den wir brauchen, um auch noch morgen kraftvoll zubeißen zu können. Und das müssen wir, denn es gilt die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich bewusst zu werden, warum wir es uns leisten können so satt zu sein, dass uns manche Dinge einfach nicht (mehr) interessieren: wo unsere Nahrung herkommt, wie unsere Kleidung hergestellt wird, ob die Person neben mir mit der gleichen Unbekümmertheit durchs Leben gehen kann, wie ich. Es ist ein Privileg, satt zu sein. Deshalb müssen wir hungrig bleiben – natürlich nicht mit der einhergehenden körperlichen Empfindung des Hungers, gegen den hilft eine große Portion dieser herrlichen Linsen, die zusammen mit den geschmorten Möhren ein zufridenstellendes, rein pflanzliches Abendessen bilden. So gestärkt dürfte es ein leichtes sein, den nötigen Appetit auf Veränderungen zu entwickeln, die wir 2020 so dringend brauchen. Weiterlesen…

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Für viele sind die hinter uns liegenden Feiertage ein Fressen und Gefressen-werden. Da trifft man auf Menschen, die es eigentlich gut mit einem meinen müssten. Und die einem dann doch nur die offenen Rechnungen der vergangenen Jahre präsentieren. So höre ich es, weil das zu meinen liebsten feiertäglichen Beschäftigungen gehört, im Radio. Dabei sollte man sich frei machen von Ballast, von Schmerz, von allem, was einen kaputt macht. Reißleinen ziehen, den Funkkontakt abbrechen, den Weg aus dem familiären Teufelsdreieck finden. Um sich selbst zu schützen. In einem Akt der Selbstliebe, wenn es mit der Nächstenliebe nicht so richtig klappen mag. Das ist ein großer Schritt sein, der viel Unmut mit sich bringt, aber – so sagt es der Volksmund – lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Für jede*n, der/die 2020 aus einem persönlichen Albtraum aufwacht, habe ich etwas Gutes für den Start in einen neuen Tag: Bagels mit Sauerteig und Zatar. Köstlich fluffig, ein wenig säuerlich, mit dem Loch in der Mitte das zeigt, dass – nur weil etwas nicht (mehr) da ist – man nichts verloren haben muss. Weiterlesen…

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2019 neigt sich dem Ende und Steffen und Sabrina rufen dazu auf, das Jahr des Foodblogs Revue passieren zu lassen. Das ist dieses Jahr relativ einfach, den viel gab es hier ja nicht zu lesen. Zwischendrin hat es mir sehr gefehlt zu kochen, zu fotografieren und vor allem zu schreiben. Denn das Schreiben ist immer noch meine Art, den Alltag zu verarbeiten. Die Küche blieb 2019 immer öfter kalt, der Boxbote klingelte immer häufiger an der Tür und ich stellte mir irgendwann die Frage, ob es denn jemandem auffallen würde, wenn ich mich hier still und heimlich vom Acker machen würde. Noch habe ich da keine Antwort drauf, jetzt blicken wir erstmal zurück, bevor wir ins neue Jahr stürzen. Weiterlesen…

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Advent, Advent, die erste Kerze brennt. Und wo sich im Alltag die Besinnlichkeit nicht einstellen mag, so backe ich sie mir am Wochenende herbei. “Do more of what makes you happy” heißt es im Motivational-Quote-Universum. Dabei ist dieses Happy-sein, und das habe ich an anderer Stelle schon mehrmals gesagt, ein hehres Ziel. Das Glück muss also auf den Teller, als kleiner Funke dazwischen, in Plätzchenform. Und davon soll es dieses Jahr einige geben: Mit Datteln gefüllte Ma’amoul und – weil es nicht genug davon geben kann – gefüllte Datteln. Schokloadige Cantuccini mit Pistazien, Schoko-Lebkuchen und Goldene-Milch-Würfel. Neu dazu kommen dieses Jahr Walnuss-Espresso-Plätzchen, mit Nuss-Nougat-Creme.

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Honig, herrlich süßer, würziger Honig. Nachdem ich lange nicht verstanden hatte, wie das mit den Bienen und dem Honigraum und all dem, was Bienen aus natürlichem Antrieb heraus tun, funktioniert, konnte ich dieses Jahr endlich die ersten Honigkilos meiner Bienen ernten. Ein wunderbares, wenn auch klebriges, Erlebnis. Doch wohin nur mit all dem flüssigen Gold? Mein Ziel war ja, ein Glas für mich zu haben, nun habe ich aber über 50 Gläser. Und die sollen unter die Leute gebracht werden. Dabei erinnere ich mich an Andreas’ Frage, wie sich eben jene Leute, die Honig von ImkerInnen kaufen, sicher sein können, ein gutes und hygienisch einwandfreies Lebensmittel zu erwerben. Das versuche ich Euch heute zu erklären, denn wer Bienen hat, besitzt Tiere mit dem Ziel, Lebensmittel zu produzieren. Und die müssen vielen Verordnungen und Vorschriften entsprechen: Weiterlesen…

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